Sport allgemeine News

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  1. Schwedens Trainer Janne Andersson hat das Verhalten einiger deutscher Nationalspieler scharf kritisiert. Seiner Ansicht nach hatten sich die DFB-Spieler nach dem dramatischen Last-Minute-Sieg am Samstag respektlos verhalten.

    "Einige der Deutschen fingen an zu feiern, indem sie in unsere Richtung liefen und Gesten machten. Das hat mich sehr geärgert, das war respektlos", schimpfte Andersson.

    Seine Mannschaft habe "90 Minuten gekämpft, wenn dann der Schlusspfiff ertönt, schüttelt man sich die Hand und verhält sich nicht so. Ich habe mich wirklich sehr darüber geärgert."

    Der CHECK24 WM-Doppelpass mit Bodo Illgner, Steffen Freund und Simon Rolfes am Sonntag, ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

    Deutschland entschuldigt sich

    Emil Forsberg stimmte seinem Trainer zu: "Das war Mangel an Respekt, ein ekelhaftes Verhalten!" sagte der Leipzig-Profi dem Fernsehsender TV4. Der 26-Jährige bestätigte jedoch auch, dass sich die deutschen Akteure bei den Schweden entschuldigten. "Sowas macht man nicht, aber es ist fair, dass sie danach reingekommen (in die Kabine, Anm. d. Red.) sind."

    Dort legte Andersson ebenfalls nach: "Man sollte den Gegner, mit dem man 95 Minuten gefightet hat, nicht so verhöhnen. Das ist echt schwach."

    DFB-Manager Oliver Bierhoff gab zu: "Die Gefühle und Emotionen sind ein bisschen übergeschwappt." Allerdings ärgerte auch Bierhoff sich über den Gegner: "Ich hatte Diskussionen mit den Schweden. So ein destruktives Spiel und Zeitspiel sollte nicht belohnt werden", sagte er in der ARD.

    Kroos rettet DFB-Team in Nachspielzeit

    Deutschland hatte gegen Schweden in Unterzahl in der 95. Minute durch Toni Kroos den 2:1-Siegtreffer erzielt und den ersten Sieg bei der WM in Russland geholt. (Tabelle der Gruppe F)

    "Der Sieg kam in der Nachspielzeit und in Unterzahl zustande. Letztendlich war es schon auch verdient, weil wir an uns geglaubt haben, drangeblieben sind. Wir haben eine gute Moral bewiesen", lobte Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft.

    Mit dem Sieg belegt Deutschland in der Gruppe F hinter Mexiko den zweiten Platz vor Schweden. Mit einem weiteren Erfolg im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea (Mittwoch, 16 Uhr im LIVETICKER), kann der Titelverteidiger den Sprung in die K.o.-Runde schaffen.

  2. Der serbische Fußballverband FSS hat nach der 1:2-Niederlage gegen die Schweiz offiziell beim Weltverband FIFA Protest eingelegt.

    Die FIFA bestätigte am Samstag dem SID den Eingang des Schreibens. Weiter wollte der Verband das Vorgehen der Serben nicht kommentieren.

    Der Grund soll Berichten zu Folge das nicht erfolgte Eingreifen der Video-Assistenten Felix Zwayer und Bastian Dankert nach einem vermeintlichen Foul im Strafraum an Stürmer Aleksandar Mitrovic (66.) sein. Schiedsrichter Felix Brych hatte bei seinem ersten WM-Einsatz in dieser Szene auf Stürmerfoul entschieden. Es handelt sich somit um eine Tatsachenentscheidung, sodass ein Protest keine Aussichten auf Erfolg hat.

    Serbischer Verband wütet: "Skandalös"

    "Wir werden nicht so leicht auf das Achtelfinale verzichten", sagte Savo Milosevic, Vizepräsident des FSS, laut Blic. "Das ist bei dieser WM die zweite Situation gegen uns. Ich weiß nicht, warum dann der Videoassistent installiert wurde", schimpfte Milosevic weiter: "Das ist skandalös." 

    Auch die heimischen Zeitungen in Serbien ließen ihrer Wut freien lauf. Das Boulevard-Blatt Aloschrieb: "Der Deutsche hat uns bestohlen. Der Unparteiische massakrierte unsere Mannschaft und ermöglichte unserem Gegner, eine Niederlage in einen Sieg umzuwandeln."

    Auch die Sportski zurnalattackierte den deutschen Schiedsrichter: "Der brutale Diebstahl von Brych."  Die Blic sparte ebenso wenig an Kritik: "Herr Brych, wissen Sie dass es VAR (Anm. d. Red.: Videobeweis) gibt? Mitrovic und Serbien krass benachteiligt." 

    Serbien muss durch die Niederlage im abschließenden Gruppenspiel am Mittwoch gegen Brasilien (20 Uhr im LIVETICKER) punkten, um noch eine Chance auf das Achtelfinale zu haben.

    Krstajic fällt aus der Rolle

    Trainer Mladen Krstajic, als Spieler lange für Werder Bremen und den FC Schalke 04 in der Bundesliga tätig, verstieg sich sogar dazu, in der Diskussion an das UN-Kriegsverbrechertribunal zu erinnern.

    Auf die Frage, ob er Brych die Gelbe oder Rote Karte für dessen Leistung zeigen würde, antwortete Krstajic tatsächlich: "Ich würde ihm weder Gelb noch Rot geben, sondern ihn nach Den Haag schicken. Damit sie ihm den Prozess machen, wie sie ihn uns gemacht haben." 

    Die FIFA bestätigte am Samstagabend, dass die Disziplinarkommission wegen des Ausspruchs mit "Voruntersuchungen" begonnen habe. Zudem ermittelt die FIFA gegen die Schweizer Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka. 

    Schiri-Boss nimmt Brych in Schutz

    Der deutsche Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich hat derweil den ersten Einsatz seines Schützlings Felix Brych bei der Fußball-WM trotz der Kritik aus Serbien gelobt.

    "Gratulation an Felix Brych und sein Team zu der gelungenen Spielleitung in einem phasenweise schwierigen Spiel", sagte Fröhlich: "Das war unaufgeregt, sicher und klar in den Entscheidungen. Erneut eine prima Visitenkarte von ihm für das deutsche Schiedsrichterwesen."

    Auch gegen Torjubel soll protestiert werden

    Sauer aufgestoßen ist den Serben auch der Torjubel von Siegtorschütze Shaqiri und Xhaka

    "Die kontroverse Szene in der 66. Minute ist nicht der einzige Grund, warum wir der FIFA schreiben werden. Es geht auch um den kontroversen Jubel bei den beiden Toren für die Schweizer," so FSS-Generalsekretär Jovan Surbatovic.

    Mittelfeldspieler Nemanja Matic nahm es da lockerer: "Mit den Schweizer Spielern gab es kein Problem." Allerdings war er auch noch mit Brych beschäftigt: "Nur mit dem Schiedsrichter gab es ein Problem."

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  3. Tennisidol Boris Becker hat sich in der Affäre um sein Insolvenzverfahren in Großbritannien und einen angeblich gefälschten Diplomatenpass ausführlich zu Wort gemeldet. "Ich bin hier in den Mühlen des Gesetzes gefangen. Ich habe mehr als das Geforderte bezahlt und keinen interessiert's", sagte Becker der Bild am Sonntag.

    Der 50-Jährige erhob im Interview schwere Vorwürfe. "Fakt ist: Das Gericht hat 3,9 Millionen Euro festgesetzt, aber der Insolvenzverwalter will mehr Geld eintreiben und das Verfahren dadurch in die Länge ziehen", sagte Becker. Es stünden "ominöse 25 Prozent Zinsen" im Raum, "diese Forderung ist aber in keiner Weise rechtmäßig. Das ist doch kein Wunschkonzert."

    "Außerdem habe ich mit meinen Anwälten herausgefunden, dass die Kanzlei, die den Insolvenzverwalter vertritt, selbst Gesellschafter der englischen Privatbank ist, die von mir das Geld fordert. Das riecht für mich sehr nach einem Interessenkonflikt", so Becker. Seine englischen Anwälte hätten "schon eine Gegenklage gegen die Bank vorbereitet. Das könnte das englische Insolvenzrecht durcheinander rütteln".

    Diplpmatenpass von Becker soll gefälscht sein

    Becker hatte im Verfahren mit dem Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik unter Berufung auf einen angeblichen Botschafter-Status Anspruch auf politische Immunität erhoben. Später behauptete der Büroleiter des Außenministers des Landes, dass es sich bei dem Dokument um eine Fälschung handele.

    "Das eine hat mit dem anderen zunächst mal nichts zu tun. Und ich würde diesen Status auch in keiner Weise für einen positiveren Ausgang des Verfahrens einsetzen", sagte Becker: "Der Pass wurde mir Mitte April vom Botschafter unter Zeugen übergeben. Ich kann nur davon ausgehen, dass alles rechtmäßig ist, wenn mein Diplomatenpass, der mir von der Botschaft ausgehändigt wurde, beim amerikanischen Konsulat liegt."

    Becker glaubt weiterhin an einen positiven Ausgang seines Prozesses. "Ich warne immer Menschen, die mich nicht kennen, über mich zu urteilen. Ich weiß genau, was da gerade passiert und möchte nur, dass man mir zuhört und dass geprüft wird, ob das stimmt", sagte der dreimalige Wimbledonsieger. 

    Bei der geplanten Versteigerung seiner Besitztümer gehe es "nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge. Wenn man den reinen Verkaufswert dieser Gegenstände wie Schläger und Pokale aufrechnet, dann ist das ein Klacks", sagte Becker: "Nächste Woche werden meine Anwälte in England eine einstweilige Verfügung beantragen, um die Versteigerung zu stoppen."

  4. Max Hopp ist bei den Danish Darts Open ausgeschieden.

    Der Deutsche musste sich in der zweiten Runde Mervyn King mit 5:6 geschlagen geben und damit seine Koffer packen. In der ersten Runde im dänischen Kopenhagen hatte er noch seinen Landsmann Dragutin Horvat mit 6:4 bezwungen.

    Die Favoriten zeigten derweil keine Nerven und siegten über ihre Gegner. Weltmeister Rob Cross rang Steve Beaton knapp mit 6:5 nieder und Michael van Gerwen besiegte Scott Taylor locker mit 6:2.

    Während es Cross in der nächsten Runde mit dem Hopp-Bezwinger King zu tun bekommt, trifft van Gerwen auf Brendan Dolan.

    Die 2. Runde im Überblick:

    John Henderson 4:6 Brendan Dolan
    Joe Cullen6:3 Madars Razma
    Gerwyn Price6:3 Jelle Klaasen
    Jonny Clayton 5:6 Darius Labanauskas
    James Wade6:4 Rowby-John Rodriguez
    Darren Webster6:5 Cristo Reyes
    Simon Whitlock6:3 Jermaine Wattimena
    Stephen Bunting6:3 Peter Jacques
    Mervyn King6:5 Max Hopp (D)
    Mensur Suljovic6:1 Ryan Joyce
    Peter Wright6:1 Barry Lynn
    Michael Smith 5:6 Adrian Lewis
    Rob Cross6:5 Steve Beaton
    Daryl Gurney 3:6 Ricky Evans
    Michael van Gerwen6:2 Scott Taylor
    Ian White 4:6 Steve West

  5. Die deutschen Spieler um ihren Helden Toni Kroos hüpften wie von einer Zentnerlast befreit umher, Oliver Bierhoff nahm Joachim Löw in den Arm - und der konnte nach dem packenden Finish einer Zitterpartie der deutschen Nationalmannschaft dann endlich einmal befreit lächeln.

    Die historische Schmach, sie ist vorerst abgewendet, weil Kroos mit einem Kunstschuss in der fünften Minute der Nachspielzeit dem Titelverteidiger in Unterzahl ein schwer erkämpftes 2:1 (0:1) gegen Schweden rettete. (Die Tabelle der Gruppe F)

    "Letztendlich war es verdient, weil wir an uns geglaubt haben, drangeblieben sind und eine gute Moral bewiesen haben", sagte Löw.

    Kroos bietet Kritikern die Stirn

    "Wir wurden viel kritisiert, teilweise auch zu Recht, gerade viele Leute hätte es in Deutschland gefreut, wenn wir heute rausgegangen wären. Aber so einfach machen wir das denen nicht", sagte Matchwinner Kroos, der in der ersten Halbzeit zunächst das Gegentor der Schweden durch Ola Toivonen eingeleitet hatte (32.). "Natürlich geht das erste Tor auf meine Kappe, wenn du im Spiel 400 Pässe spielst, dann kommen auch mal zwei nicht an. Jetzt müssen wir uns erholen, haben nicht ganz so viel Zeit, müssen Südkorea schlagen und überzeugend auftreten."

    Der CHECK24 WM-Doppelpass mit Bodo Illgner, Steffen Freund und Simon Rolfes am Sonntag, ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1.

    Deutschland kann nach der Schlappe zum Auftakt gegen Mexiko und Tagen der Selbstzweifel das Achtelfinale mit einem Sieg am Mittwoch gegen Südkorea in Kasan (16 Uhr im LIVETICKER) nun aus eigener Kraft erreichen. (Der WM-Spielplan)

    Boateng fliegt vom Platz

    Deutschland darf sich trotz der Kehrtwende nach dem blamablen 0:1 gegen Mexiko zum WM-Auftakt auch nicht zu sicher fühlen - zumal Jerome Boateng fehlen wird. Der Abwehrchef sah in der 82. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

    Sollte Schweden nach seinem Erfolg gegen Südkorea (1:0) auch gegen die zweimal siegreichen Lateinamerikaner gewinnen, sind drei Mannschaften punktgleich - das bedeutet: Deutschland braucht Tore, um sich gegen einen der Konkurrenten durchzusetzen.  (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

    Reus bringt DFB-Team zurück ins Spiel

    Gegen Schweden dauerte es bis zur 48. Minute ehe Marco Reus mit seinem linken Knie den Bann brach und den ersten deutschen Treffer in Russland erzielte. Der Dortmunder war für Mesut Özil in die Mannschaft gerückt. Der Treffer setzte Kräfte frei, die Mannschaft stemmte sich gegen den GAU - Kroos ließ Löw mit seinem spektakulären direkten Freistoßtreffer aus spitzem Winkel aufatmen und Millionen Fans in der Heimat in Jubel ausbrechen. Die DFB-Elf hatte den Schock endgültig verdaut, der sie nach dem Gegentor durch Ola Toivonen (32.) befallen hatte.

    Ohne Özil, Sami Khedira sowie den angeschlagenen Mats Hummels, dafür mit Reus, Sebastian Rudy sowie Antonio Rüdiger war die DFB-Auswahl erwartungsgemäß feldüberlegen in die Partie gestartet, drückte sofort gewaltig aufs Tempo, verlor aber immer wieder die Kontrolle. Nach einer guten Anfangsviertelstunde mit Chancen durch Julian Draxler und Thomas Müller war die Stabilität jedoch plötzlich dahin - und die Schweden wurden immer mutiger.

    Elfmeter? Boateng mit riskantem Tackling

    Schon zuvor hatten sie erste Chancen: Müller konnte den Leipziger Emil Forsberg nur unter massivem Trikotziehen im Strafraum ablaufen (6.), nach einem Ballverlust von Rüdiger tauchte der ehemalige Hamburger Marcus Berg plötzlich vor Manuel Neuer auf - der Kapitän rettete großartig (12.), allerdings war Berg durch den ihn verfolgenden Jerome Boateng ins Stoplern gebracht worden, ein Elfmeter wäre nicht unberechtigt gewesen.

    Ab diesem Zeitpunkt war bei der deutschen Mannschaft plötzlich die Luft raus. Die Auswahl mit fünf Weltmeistern von 2014 und fünf Confed-Cup-Siegern wirkte verunsichert, in den Spielaufbau schlichen sich Fehler ein, die Passsicherheit der ersten Minuten war weg. Den Gegentreffer leitete ein Patzer von Toni Kroos ein, Schwedens Angreifer spitzelte den Ball bedrängt von Rüdiger über Neuer hinweg ins Tor. Sekunden vor der Pause verhinderte Neuer großartig einen Treffer von Berg (45.+2).

    Brandt scheitert am Pfosten

    Vor dem Treffer von Toivonen hatte die ohnehin schon verunsicherte deutsche Mannschaft sechs Minuten lang nur zu zehnt gespielt: Der nach einem Zusammenprall heftig aus der Nase blutende Rudy war gerade durch Ilkay Gündogan ersetzt worden (31.). Gleich nach der Pause kam dann noch Mario Gomez, er ersetzte den schwachen Draxler und sorgte sofort für Unruhe im schwedischen Strafraum: Reus nutzte dies zum Ausgleich. Kroos (49.) und Müller (51.) hätten beinahe nachgelegt, der eingewechselte Julian Brandt traf kurz vor dem Siegtreffer mit einem Schuss aus 16 Metern nur den Pfosten.

    Die DFB-Auswahl hatte keines ihrer letzten acht WM-Spiele gewonnen, bei denen sie zur Halbzeit zurücklag - letztmals war ihr ein Sieg bei der Heim-WM 1974 gelungen: gegen Schweden. Und nach dem Ausgleich tat der Weltmeister alles, dass es lief wie vor 44 Jahren beim 4:2 (0:1): Allein, vieles blieb Stückwerk, war geprägt von Ungeduld und Fehlern.

    Nach tagelangem Reden und Überlegen hatte Löw in der Tat ein paar Überraschungen bereitgehalten. Seine Nibelungentreue, die er vor der WM bereits bei Mario Götze aufgegeben hatte, entzog er nun auch den schier unantastbaren Özil und Khedira. Özil hatte seit seinem WM-Debüt im Auftaktspiel 2010 alle 26 Spiele bei WM- und EM-Endrunden bestritten, zusammen mit Khedira stand er beim Aufwärmen minutenlang gelangweilt am Mittelkreis.

  6. Die Torschützen Carlos Vela und Javier Chicharito Hernandez fielen sich an der Seitenlinie freudestrahlend in die Arme, als auf der Tribüne die wilde grüne Jubelparty begann.

    Deutschland-Schreck Mexiko eilt bei der WM in Russland mit großen Schritten dem Achtelfinale entgegen, und knapp 30.000 Fans von El Tri feierten im Glutofen Rostow am Don nach dem 2:1 (1:0) gegen Südkorea schon wie die Weltmeister.

    Sechs Tage nach dem 1:0 gegen die DFB-Elf bot das Team von Trainer Juan Carlos Osorio erneut eine überzeugende Vorstellung, doch nach dem dramatischen 2:1-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Schweden ist der Achtelfinal-Einzug noch nicht gesichert.

    Matchwinner Chicharito warnt

    "Wenn wir Schweden nicht schlagen, war das alles zwecklos", warnte Matchwinner Chicharito mit Blick auf das entscheidende Gruppenspiel am Mittwoch (16 Uhr im LIVETICKER). (Die Tabelle der Gruppe F)

    Doch zunächst stand die Freude über den zweiten Sieg im Vordergrund. "Wir sind mit viel Kritik im Gepäck nach Russland gefahren, aber wir sind demütig geblieben, haben an uns geglaubt und zwei starke Gegner geschlagen", sagte Chicharito: "Wir müssen das jetzt genießen, das mexikanische Volk soll das genießen - aber ab morgen müssen wir uns auf das Spiel gegen Schweden konzentrieren." 

    Jubiläumstreffer von Chicharito

    Carlos Vela brachte Mexiko in der 26. Minute per Handelfmeter in Führung. Es war bereits der 14. Strafstoß in Russland - vor vier Jahren in Brasilien gab es im gesamten Turnier nur 13. Chicharito Hernandez (66.) gelang das 2:0. Für den Ex-Leverkusener war es das 50. Tor im 104. Länderspiel. Der Ehrentreffer durch Heung Min Son (90.+3) kam für Südkorea zu spät. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

    "Wir haben noch mehr Aufmerksamkeit auf dieses Spiel gelegt als gegen Deutschland", sagte Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio. "Manchmal neigen Menschen dazu, sich zurückzulehen und den Fokus zu verlieren. Wir haben immer drauf hingewiesen, dass uns das nicht passieren darf, obwohl wir soviel Lob erhalten haben. Was mich stört, wir haben zu viele Chancen zugelassen. Es war aber ein sehr verdienter Sieg, die Leistung war sehr gut, der Stil war mexikanisch." 

    Mexiko will Achtelfinal-Fluch besiegen

    Mit dem Achtelfinale stehen die Mexikaner auf Kriegsfuß. Sage und schreibe sechsmal in Folge ereilte El Tri zuletzt das WM-Aus in der ersten K.o.-Runde. (Der WM-Spielplan)

    Mexiko, gegen Deutschland noch eine perfekt eingestellte Konter-Maschine, hatte gegen die Koreaner von Beginn an wesentlich mehr Spielanteile. Doch dem Team von Kapitän Andres Guardado, der sein 150. Länderspiel bestritt, gelang ebenso wie dem Gegner zunächst kaum ein gefährlicher Spielzug.

    Nach einer guten Viertelstunde kam Südkorea etwas besser ins Spiel, in der 22. Minute wurde Tottenham-Star Son bei seinen Schussversuchen aus aussichtsreicher Position dreimal innerhalb weniger Sekunden geblockt. Auch Staatspräsident Moon Jae In durfte sich auf der Ehrentribüne zu diesem Zeitpunkt berechtigte Hoffnungen auf die Führung machen - und wurde jäh enttäuscht.

    Handspiel hilft Mexiko auf die Sprünge

    Jang Hyun Soo blockte eine Flanke von Guardado im Strafraum mit dem Arm, Vela verwandelte den Elfmeter sicher - und die Rostow-Arena sich erstmals in ein Tollhaus. Die Lateinamerikaner verdienten sich danach die Führung mit einer engagierten Leistung, nur der Ex-Leverkusener und -Hamburger Son bereitete ihnen mit einigen wenigen Vorstößen Probleme. Allerdings fehlte vorne die Präzision, um vor der Pause eine Vorentscheidung zu erreichen.

    Nach der Pause wurde das Spiel für die Koreaner bei Temperaturen von über 30 Grad immer mehr zum Kraftakt gegen den flinken und ballsicheren Gegner. In der 58. Minute scheiterte Guardado am glänzend reagierenden Jo Hyeon Woo, Südkorea suchte weiterhin vergeblich einen Weg in die Gefahrenzone vor dem Tor des sicheren Guillermo Ochoa. Nach dem 2:0 im Anschluss an einen sehenswerten Konter und einer weiteren vergebenen Chance durch Son (75.) ließen die Koreaner allmählich Köpfe und Schultern hängen.

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